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Energieversorgung der Zukunft (Teil 2): Klimaneutrales Wohnen in der Neuen Weststadt in Esslingen

(vom 09.04.2020)

Wenn es um die Energiewende geht, geht es nicht nur um Strom, sondern auch um Wärme. Schließlich wird rund die Hälfte des Primärenergieverbrauchs in Deutschland zum Heizen von Gebäuden eingesetzt. In der Neuen Weststadt arbeiten die SWE daher gemeinsam mit Partnern an einer ökologischen Wärmeversorgung mit Hilfe von Wasserstoff.

Die neue Weststadt

Das klimaneutrale Stadtquartier

Wie die Energieversorgung der Zukunft aussehen kann, zeigt die Stadt Esslingen derzeit mit dem Bau der Neuen Weststadt. Viele Baukräne bestimmen derzeit das Bild auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. Die ersten Gebäudeblocks sind bereits fertig, an anderen wird noch rege gebaut. 600 Wohnungen, Büro- und Gewerbeflächen sowie ein Neubau der Hochschule Esslingen sollen hier in den nächsten Jahren entstehen. Das Besondere daran: Das Quartier soll klimaneutral sein – dabei geht es um den Stromverbrauch genauso wie um Wärme und Mobilität. Eine Schlüsselrolle dabei spielt die Nutzung von Wasserstoff.

Wasserstoff als Wärmeversorger in der Praxis

Das Herzstück der Energiezentrale im Quartier wird ein Elektrolyseur sein. Dieser soll überschüssigen Strom aus erneuerbarer Erzeugung in Wasserstoff (H2) umwandeln. Der Strom dazu wird über Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude gewonnen, zusätzlich soll grüner Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden. „Bei der Umwandlung des Stroms in Wasserstoff entsteht Wärme“, erklärt Dr. Markus Michel von den Stadtwerken Esslingen. In vielen anderen Projekten verpufft diese, in der Weststadt dagegen wird sie zum Heizen der Wohnungen und Büros genutzt. „Wir werden diese Wärme in ein Nahwärmenetz einspeisen, an das die Blöcke D und E sowie die neuen Hochschulgebäude angeschlossen sind.“

Ziele des Projekts für die kommenden Jahre

  • Die Wohnungen in Block D sollen noch dieses Jahr fertiggestellt werden.
  • Die Bürogebäude in Block E sollen 2022 fertiggestellt werden
  • 2022 soll mit den Neubauten für die Hochschule begonnen werden, die dann von der Flandernhöhe auf die Fläche zwischen Bahngleisen und dem heutigen Stadtwerke-Areal ziehen wird.

Blockheizkraftwerk liefert zusätzlich Wärme

Zusätzliche Wärme für das Quartier wird ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugen, und auch hier gibt es eine Besonderheit: Das BHKW kann nicht nur mit Bio-Erdgas betrieben werden, sondern auch mit Wasserstoff.

Wasserstoff als Schlüsselelement der Energiewende

SWE-Geschäftsführer Jörg Zou macht die Bedeutung des Projekts deutlich: „Wasserstoff ist ein Schlüsselelement der Energiewende. Wir zeigen hier in der Neuen Weststadt, wie wir mit Hilfe von Wasserstoff Strom aus erneuerbaren Energien für andere Sektoren nutzbar machen können, also zum Beispiel im Bereich Wärme oder Mobilität.“

Energie der Zukunft

Wasserstoff als Energieträger

Wasserstoff kann in der Energieversorgung vielseitig eingesetzt werden und einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende leisten.

Energieversorgung mit Wasserstoff

Vielfältiger Einsatz von Wasserstoff

Im Projekt wird der vor Ort erzeugte Wasserstoff bei weitem nicht nur für das Blockheizkraftwerk genutzt. Es gibt außerdem weitere Einsatzmöglichkeiten des umweltfreundlichen Energieträgers:

Einspeisung von Wasserstoff ins Erdgasnetz

Der eigentliche Clou ist, dass man Wasserstoff ins Erdgasnetz einspeisen kann. Dieser Prozess ist als „Power-to-Gas“ bekannt: aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel aus Wind- oder Solarstrom, wird sozusagen Erdgas. „Wasserstoff kann sich bis zu einem bestimmten Anteil problemlos mit dem eigentlichen Erdgas vermischen.“ Das Erdgasnetz wird damit zum Energiespeicher für überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien.

Wasserstofftankstelle für Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb

Wasserstoff bietet noch mehr Möglichkeiten: Langfristig ist auf dem Gelände der Weststadt auch eine Wasserstofftankstelle für Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb geplant. Über verschiedene Prozesse kann Wasserstoff bei Bedarf auch wieder in Strom umgewandelt werden – dadurch könnten Schwankungen ausgeglichen werden. Allerdings geht dabei unterm Strich einiges an Energie verloren. „Interessanter ist deshalb die direkte Nutzung vor Ort und die Einspeisung ins Erdgasnetz“, so Michel.

Nationales und internationales Interesse am Projekt

Von der Fachwelt wird das Projekt mit großem Interesse verfolgt. Einige Delegationen aus dem In- und Ausland, z.B. aus Japan, waren bereits in Esslingen, um sich über die Nutzungsmöglichkeiten von Wasserstoff in der Energieversorgung zu informieren und vom Dachgarten der SWE aus einen Blick auf die Baustelle zu werfen.

 

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