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Was ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG)?

(vom 28.10.2019 von Franziska Löffler)

Das GEG ist ein aktueller Gesetzesentwurf der Bundesregierung für den Klimaschutz und die Energiewende im Gebäudebereich. Betroffen sind Bauherren und Modernisierer.

Was ist das Gebäudeenergiegesetz

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) dient der Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts von Gebäuden und Verankerung der EU-Gebäuderichtlinien. Ziel ist es, mehr erneuerbare Energien einzubringen, den Energieverbrauch zu senken und den Klimaschutz voranzubringen. Bis 2050 soll ein möglichst klimaneutraler Gebäudebestand erreicht werden. Hierfür müssen ab 2021 alle neuen Gebäude nach EU-Gebäuderichtlinien als  Niedrigstenergiegebäude gebaut werden.

Die wichtigsten Eckpunkte

  • Bürokratieabbau: Das GEG dient der Vereinheitlichung und Zusammenführung verschiedener Gesetze zur Gebäudeenergieeffizienz und Wärmenutzung aus erneuerbaren Energien.
  • Vereinfachung: Bauherren und Planer werden durch das neue Nachweisverfahren für alle Anforderungen stark entlastet. Mit dem sogenannten Modellgebäudeverfahren sind künftig keine Berechnungen mehr erforderlich.
  • Verbot neuer Ölheizungen: Ab dem Jahr 2026 gilt eine neue Regelung für den Einbau von Ölheizungen.
  • Gebäudenah erzeugter Strom: Bauherren, die Strom aus erneuerbaren Energien beziehen, der gebäudenah z.B. mithilfe einer Photovoltaikanlage erzeugt wird, können dies besser anrechnen lassen. So lassen sich die energetischen Anforderungen an Neubauten mit wirtschaftlichen und nachhaltigen Lösungen erfüllen.
  • Finanzielle Förderung: Neben der neu beschlossenen steuerlichen Förderung gibt es auch weiterhin Zuschüsse aus etablierten Programmen.

Wie ist der aktuelle Stand des Gesetzgebungsverfahrens?

Gebäudeenergiegesetz

Momentan gelten zwei Gesetze, die die Energieeffizienzanforderungen für Gebäude regeln: Das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Der Gesetzesentwurf des künftigen GEG will die verschiedenen Vorgaben zusammenführen. Er wurde vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und Bundesinnenministerium (BMI) vorgelegt und am 23. Oktober vom Bundeskabinett beschlossen.

Für wen gilt das neue Gesetz?

Das GEG wird alle künftigen Neubauten betreffen, sowohl private Wohngebäude als auch öffentliche Gebäude und Nichtwohngebäude. Für Besitzer von Altbauten wird das neue Gesetz vor allem dann wichtig, wenn bauliche Veränderungen und Renovierungen geplant werden.

Was regelt das GEG?

Im GEG sind folgende Punkte festgelegt:

1. Zweck und Ziel

Das GEG regelt einheitlich alle künftigen Anforderungen an Neubauten bezüglich ihrer Energieeffizienz und ihres Anteils an erneuerbaren Energien. Der Primärenergiebedarf soll durch baulichen Wärmeschutz niedrig gehalten werden, der restliche Energiebedarf effizient durch möglichst erneuerbare Energien abgedeckt werden. Renovierungen im Altbau sollten die Gebäudeenergieeffizienz verbessern, dürfen sie aber keinesfalls verschlechtern.

2. Anforderungen an Neubauten

Jedes neue Gebäude, sowohl Wohngebäude als auch Nichtwohngebäude, muss als Niedrigstenergiegebäude errichtet werden.

Nach EU-Richtlinie 2010/31/EU Artikel 2, Absatz 2 ist ein Niedrigstenergiegebäude „[…] ein Gebäude, das eine sehr hohe […] Gesamtenergieeffizienz aufweist. Der fast bei Null liegende oder sehr geringe Energiebedarf sollte zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen - einschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen, die am Standort oder in der Nähe erzeugt wird - gedeckt werden".

Das bedeutet, der jährliche Gesamtenergiebedarf eines Gebäudes für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung ist gesetzlich begrenzt. Der verbleibende Bedarf muss durch die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien abgedeckt werden. Einem möglichen Energieverlust muss durch baulichen Wärmeschutz effizient vorgebeugt werden.

Mögliche Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien:

  • Solaranlagen
  • Geothermie oder Umweltwärme
  • feste, flüssige oder gasförmige Biomasse
  • Abwärme
  • Kraft-Wärme-Kopplung
  • Fernwärme
  • Eine einfache und sichere Lösung zur Erfüllung der gesetzlichen Richtlinien für Neubau-Projekte von Gewerbe und Großkunden ist Wärmecontracting.
  • Bauherren von privaten Wohngebäuden können die Anforderungen mit einer effizienten Solaranlage mit Stromspeicher erfüllen. Mit Solar plus Speicher komplett von den SWE können Sie Ihren eigenen Strom aus Sonnenenergie ziehen.
  • Ein Anschluss an das Fernwärmenetz erfüllt für Neubauten die gesetzlichen Anforderungen des EEWärmeG. Mit Fernwärme kann durch die Wärmegewinnung aus Kraft-Wärme-Kopplung ressourcenschonend geheizt werden.

3. Anforderungen an Altbauten

Die energetischen Anforderungen an Bestandgebäude bleiben weitgehend unverändert. Gebäudebesitzer dürfen grundsätzlich keine baulichen Veränderungen vornehmen, die die energetische Qualität verschlechtern würden. Bei Erweiterung und Ausbau eines Gebäudes müssen die entsprechenden Anforderungen des GEG beachtet werden.

Nachrüstungen sind nur dann notwendig, wenn die Gebäudedämmung noch nicht den Anforderungen des Mindestwärmeschutzes entspricht. In diesem Fall müssen die Außenwände des Gebäudes nachträglich mit Dämmschichten versehen werden.

  • Die Erstellung eines Sanierungsfahrplans hilft Ihnen bei Sanierungsvorhaben am Gebäude und an Heizungsanlagen  dabei, sinnvolle Maßnahmen zu treffen und die Gesetzesvorlagen zu erfüllen. Ein Sanierungsfahrplan kann für Ein- und Mehrfamilienhäuser oder Nichtwohngebäude ausgestellt werden und erfüllt die Anforderungen des EWärmeG teilweise oder sogar komplett.

4. Anforderungen an bestehende Anlagen

Auch für bestehende technische Anlagen zum Heizen und Kühlen sowie Raumlufttechnik und die Warmwasserversorgung gilt, dass keine Veränderungen erfolgen dürfen, die die energetische Qualität des Gebäudes verschlechtern.

5. Verbot für Ölheizungen ab 2026

Ab 2026 gilt ein Einbau-Verbot für neue Ölheizungen. Ölheizkessel dürfen dann nicht mehr installiert werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Verbot allerdings aufgehoben werden, und zwar dann wenn:

  • es keinen Gasanschluss gibt.
  • der Anschluss an ein Fernwärmenetz nicht möglich ist.
  • der Wärme- und Kältebedarf nicht anteilig durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann.

Ölheizungen in Altbauten, die älter als 30 Jahre sind, müssen ausgetauscht werden. Ein Wechsel zu klimafreundlicheren Modellen wird staatlich gefördert. Der Austausch kann durch die Förderprogramme von BMWI und KfW-Bank mit einer Austauschprämie von bis zu 40 Prozent der Kosten bezuschusst werden.

Einen ausführlichen Vergleich von Öl- und Gas haben wir in einem Blog-Artikel gezogen.

6. Energieausweis

Gebäudeeigentümer müssen sicherstellen, dass für jedes neue Gebäude nach seiner Fertigstellung immer ein Energieausweis ausgestellt wird. 

7. Finanzielle Förderung

Energieeffizienzmaßnahmen, die an Gebäuden durchgeführt werden und die Nutzung von erneuerbaren Energien können durch staatliche Fördermittel unterstützt werden. Die Energieeffizienzexperten der SWE informieren Sie gerne darüber, welche Förderprogramme Sie nutzen können.

Was passiert mit EnEV und EEWärmeG?

Die aktuell geltenden Anforderungen von Energieeinsparverordnung und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz bleiben auch mit der Verabschiedung des neuen GEG nach wie vor bestehen.

Ursprünglicher Artikel vom 27.09.2019 (Letztes Update am 28.10.2019)

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