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Partnerschaft auf Augenhöhe: SWE-Geschäftsführer Jörg Zou und Hermann Beck vom TV Hegensberg im Doppel-Interview

(vom 13.11.2020)

Die SWE engagieren sich seit vielen Jahren nicht nur für die Versorgung mit Wasser und Energie, sondern auch für das gesellschaftliche Miteinander. Ein Schwerpunkt liegt auf der Förderung von zahlreichen Sportvereinen, vor allem im Bereich der Jugendarbeit.Interview Herr Zou (SWE Geschäftsführer) und Herr Beck (Vorsitzender des TV Hegensberg)

Die letzten Monate waren für die Vereine eine große Belastungsprobe. „Es ist uns wichtig, die Ehrenamtlichen nicht im Stich zu lassen und ihnen durch unsere Unterstützung ein Stück Planungssicherheit zu geben“, so SWE-Geschäftsführer Jörg Zou. Die Handball-Spielgemeinschaft Hegensberg-Liebersbronn zählt seit vielen Jahren zu den Partnern der Stadtwerke. Wir haben beim Vorsitzenden des TV Hegensberg, Hermann Beck, nachgefragt, welche Rolle das Thema Sponsoring für den Verein spielt und wie mit der aktuellen Situation umgegangen wird.

Herr Beck, der TV Hegensberg ist ein äußerst aktiver und rühriger Verein in einem Esslinger Stadtteil. Welche Rolle spielt für einen Sportverein wie Ihren das Thema Sponsoring?

Beck: Insgesamt spielt das eine immer bedeutendere Rolle. Als Turnverein haben wir eine Handballabteilung, die zusammen mit dem TV Liebersbronn die SG Hegensberg-Liebersbronn bildet. Derzeit haben wir 13 Jugend- und fünf aktive Mannschaften. Wir haben in der Zwischenzeit eine gute sechsstellige Summe im Jahr an Kosten. Sponsoring deckt einen wesentlichen Teil davon.

Hat sich das in den letzten Jahren verändert?

Beck: Vor zehn oder zwanzig Jahren waren wir noch unterklassig, in der Zwischenzeit sind wir mehrfach aufgestiegen. Wir haben weite Strecken zurückzulegen zu den Auswärtsspielen. Wir spielen in einer Liga, wo wir für die Studenten schon auch ein paar Euro zahlen müssen an Fahrtkosten. Früher war es gang und gäbe, dass die Trainingsanzüge selber gekauft wurden – in dieser Klasse geht das nicht mehr. Das heißt, die Kosten sind höher. Dabei geht es in erster Linie um Sachkosten, nicht um Spielergehälter.

Die Mitgliedsbeiträge kann man nicht besonders erhöhen, die sollen ja sozial verträglich sein. Wichtig sind deshalb die Einnahmen aus der Bewirtung. Die Eintrittsgelder schlagen gar nicht so stark zu Buche, aber wenn bei einem Heimspiel 200 bis 400 Zuschauer da sind, bleibt viel hängen. Essen und Trinken geht immer.

Zou: Da ist wahrscheinlich ganz viel ehrenamtlich organisiert.

Beck: Wir haben über hundert Ehrenamtliche, von den Jugendtrainern angefangen. Es macht mir Freude, das zu sehen: die jungen Leute zu motivieren, ihnen Freiheiten zu lassen, dass sie Verantwortung übernehmen. Das tut allen gut, auch den jungen Leuten, die im Ehrenamt Erfahrungen sammeln. Das ist eine tolle Sache, und ich bin gerne seit 1992 Vorsitzender.

Neben Handball gibt es aber auch viel Kinderturnen und Breitensport, oder?

Beck: Handball ist der größte Bereich, wenn man es vom sportlichen her sieht. Vom Grundsatz her, von der Gesundheit, ist der wichtigste Bereich das Turnen, vor allem im Kinder- und Jugendbereich. Dann haben wir eine ganz tolle Volleyballgruppe. Wir haben damals zwei Beachvolleyballplätze gebaut, gegen viele Widerstände. Es hieß, „das ist doch nur eine Modeerscheinung“, hat sich aber bewährt. Wir haben eine Basketballabteilung und seit fünf Jahren eine eigene Radsport-Abteilung. Dafür haben wir in 3000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden und mit Kosten von über 60.000 Euro eine Mountainbike-Strecke gebaut.

Dies alles hat dazu geführt, dass der Turnverein Hegensberg der einzige Mehrspartenverein in Esslingen ist, bei dem die Mitgliederzahlen seit dem Jahr 2000 kontinuierlich zugenommen haben. Derzeit haben wir 1500 bis 1600 Mitglieder, damals waren es rund 1000.

Einen Schub hat uns auch die neue Sporthalle an der Römerstraße gegeben, weil wir dort mehr Möglichkeiten haben, Sport zu machen. Aber man muss die Möglichkeiten auch nutzen. Das ist durch ein ganz großes Team von Ehrenamtlichen gut gelungen. Es ist schön zu sehen, dass junge Leute auch im Vorstand Verantwortung übernehmen. Meine Stellvertreterin ist letztes Jahr 30 geworden, sie ist im Verein aufgewachsen.

Herr Zou, die Aufgabe der SWE ist es, Menschen mit Wasser und Energie zu versorgen. Warum engagieren sich die Stadtwerke darüber hinaus sozial und unterstützen die Vereine?

Zou: Es ist schön, wenn man solche Geschichten hört, die natürlich eine Erfolgsstory sind. Wir sind Esslingen und dem Kreis stark verbunden, deswegen sehen wir uns nicht als reiner Energieversorger, sondern bei uns sind auch soziale und kulturelle Themen vor Ort sehr wichtig. Persönlich sage ich, der Verein ist ein bisschen die Seele der Stadt. Da merkt man das soziale Miteinander. Die Jugend lernt, Verantwortung zu übernehmen, das ist gerade in der heutigen Zeit extrem wichtig. Ich finde es auch wichtig für Leute, die neu hinzukommen, für Kinder, die anfangen, Sport zu treiben. Auch unsere Mitarbeiter partizipieren davon.

Wir sind nicht als reines Wirtschaftsunternehmen zu sehen, sondern wir wollen dem Bürger und letztlich dem Kunden auch etwas zurückgeben. Die Plattform mit den Vereinen können wir super nutzen, um uns nach außen darzustellen. Aber auch um Projekte inhaltlich aktiv zu fördern.

Beck: Was uns verbindet und was eine ganz tolle Geschichte ist, ist das Projekt „Ich geh gerne zum Sport“. Kinder und Jugendliche lassen sich nicht von Papa, Mama, Oma oder Opa fahren, sondern fahren mit dem Rad, gehen zu Fuß oder nehmen den Bus. Das hat etwas mit dem Klima und mit der Umwelt zu tun. Und dann können wir darauf hinweisen, dass es auch grünen Strom von den Stadtwerken gibt. Auch das hat etwas mit Verantwortung übernehmen zu tun: Wo leben wir, wie leben wir? Da sind wir Partner.

Zou: Gerade wenn solche Ideen aus den Vereinen heraus kommen, ist das toll. Da kann man sich super ergänzen. Insbesondere mit diesem ökologischen Gedanken. Wenn wir als Stadtwerke das erzählen, hat das lange nicht die Wirkung, als wenn man das im Verein leben kann.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt generell eine große Rolle im Verein…

Beck: Ja, es spielt eine große Rolle. Wir sind dieses Jahr nominiert für den Ehrenamtspreis der Kreissparkasse Esslingen und der Eßlinger Zeitung, da geht es um das Thema Nachhaltigkeit. Das ist eine Daueraufgabe. Wir gießen unseren Rasen zum Beispiel nicht. Wir haben neue Bäume gepflanzt: Silberlinden, die auch ein schwierigeres Klima vertragen. Unsere Beachbox, ein Gerätehaus, haben wir aus Holzabfällen gebaut. Als nächstes werden wir 150 Quadratmeter bienengerechte Wiesenblumen anpflanzen. Dieses Jahr haben wir erstmals beim Stadtradeln teilgenommen. Das sind alles kleine Bausteine, aber immer mehr Menschen werden so berührt, machen Erfahrungen und können ihr Handeln reflektieren und ändern.

Zou: Man kann vieles aus solchen Projekten im Privaten umsetzen oder auf die Firma übertragen. Es ist ja eher selten, dass ein Verein sich auch mit solchen Themen beschäftigt. Ich finde es gut, wenn man nicht nur das Sportliche sieht, sondern darüber hinaus nachdenkt.

Die SG Hegensberg-Liebersbronn hat schon zwei Mal beim Förderwettbewerb SWE Vereinshelden mitgemacht. Wie viel Arbeit steckt dahinter, um die Leute zu animieren?

Beck: Es ist viel Arbeit, Leute zu aktivieren und einen so hohen Mobilisierungsgrad zu erreichen. Spannend ist, wie viele Botschaften über die sozialen Medien kommen. Und das ist dann auf einer anderen Ebene auch Gemeinschaft. Wir hatten zum Beispiel Mitglieder in Hamburg und sogar in China, die für unser Projekt gestimmt haben.

Zou: Das ist ja das Besondere bei den Vereinshelden, dass sich die Vereine im Rahmen des Projektes noch einmal um das soziale Miteinander kümmern. Wir haben lange überlegt, ob wir das den Vereinen in der Corona-Zeit überhaupt zutrauen können, aber wir haben gutes Feedback bekommen. Das war dieses Jahr sicherlich eine etwas größere Herausforderung.

Und vermutlich umso wichtiger für die Vereine, gerade in solchen Zeiten finanzielle Unterstützung zu bekommen. Herr Beck, Sie haben die Bewirtung angesprochen. Wie hat sich die Corona-Krise auf den Verein ausgewirkt?

Beck: Uns ist dadurch ein mittlerer fünfstelliger Betrag an Einnahmeausfällen entstanden. Das ist für einen Verein eine enorme Summe, denn die Ausgaben konnten nicht im gleichen Maße reduziert werden. Wir haben immer gut gewirtschaftet und können das ein Stück weit auffangen. Wir waren auch froh, weil die Stadtwerke die ersten waren, die gesagt haben: Wir bleiben euch treu. Wir kürzen nicht, wir unterstützen euch weiter.

Natürlich haben wir auch Firmen, die in dieser Zeit kein Sponsoring machen konnten. Da habe ich auch Verständnis dafür. Aber wir haben unter dem Strich gute Erfahrungen gemacht, weil wir langjährige Partner haben. Unser Anspruch ist: Wir brauchen nicht nur Geld, sondern wir tun auch was dafür. Wir wollen Partner sein und auch eine Gegenleistung erbringen. Bei kleineren Firmen, die teils seit 20 Jahren dabei sein, drucken wir im Vereinsheft trotzdem die Anzeigen, auch wenn sie dieses Jahr nichts zahlen können. Das ist etwas Gegenseitiges.

Das heißt, es sind auch viele kleinere Firmen, die sich bei Ihnen im Sponsoring engagieren?

Beck: Der größte Betrag kommt durch die Kleinsponsoren, davon haben wir über 50. Dazu kommen eine gute Handvoll Premium-Sponsoren. Wenn da einer ausfällt, können wir das verkraften. Viel stärker wirken sich in der Tat die Bewirtung und die Eintrittsgelder aus, wenn auch künftig keine Zuschauer kommen können. Allein die Schiedsrichterkosten liegen bei 400 bis 500 Euro pro Heimspiel-Wochenende.

Herr Zou, die Sportvereine sind ja ein Schwerpunkt beim Engagement der SWE. Die Stadtwerke unterstützen aber auch andere Vereine…

Zou: Zum einen sind die Sportvereine ein Schwerpunkt, aber auch im kulturellen und sozialen Bereich sind wir aktiv. Uns ist es wichtig, auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten und eine Partnerschaft zu haben. Wir sehen das nicht als reines Sponsoring, wobei wir natürlich auch davon profitieren, weil wir dann die entsprechende Außendarstellung haben. Das ist ein Geben und Nehmen, wir lernen da auch von den Vereinen, gerade bei so tollen Projekten im Bereich Nachhaltigkeit oder bei den Vereinshelden. Wir sind ja auch kein Anbieter, der deutschlandweit unterwegs ist. Uns ist die lokale Nähe wichtig.

Welche Ideen gibt es für die nächsten Jahre?

Beck: Wir wollen zum Beispiel eine Boule-Bahn bauen, also Boccia oder Petanque. Die Idee kommt von Mitgliedern aus der Umgebung, die mit planen und bauen. Das ist für Familien und Ältere eine schöne Sache und hat einen gemeinschaftlichen gemütlichen Charakter.

Zou: Ich finde es gut, wenn man auch solche Sportarten integriert und nicht nur das Klassische wie Fußball oder Handball anbietet.

Herr Zou, das wäre doch auch etwas für die Freibäder?

Zou: (lacht) Wir schauen jetzt mal, wie der TV Hegensberg das macht und dann überlegen wir.

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