18. März 2025

Manche „Weisheiten“ zum Energiesparen hört man immer wieder – doch sind sie deshalb auch richtig? Wir sind einigen gängigen Energiemythen auf den Grund gegangen.
Falsch, außer es werden grobe Fehler begangen. Eine Fassadendämmung muss deshalb immer fachgerecht angebracht werden. Wichtig ist außerdem das Verständnis der physikalischen Grundlagen: Übermäßige Feuchtigkeit in der Raumluft kondensiert immer an der kältesten Stelle im Raum. Im Normalfall sind das die Fensterscheiben. Das heißt, die Wände müssen immer besser gedämmt sein als die Fenster. Andernfalls würde die Feuchtigkeit an der Wand statt auf den Glasflächen kondensieren – ideal für Schimmel.
Oft zitiert und trotzdem falsch: Wände können nicht „atmen“ – weder vor noch nach der Sanierung. Feuchte Luft muss immer durch das Öffnen der Fenster oder eine Lüftungsanlage abgeführt werden. Moderne Fenster haben oft Lüftungsschlitze, durch die ein gewisser Luftaustausch sichergestellt ist. Trotzdem muss – je nach Nutzung des Raums – zusätzlich manuell gelüftet werden.
Definitiv nein. Wie in allen anderen Räumen ist auch in Bad und Küche Stoßlüften bei weit geöffneten Fenstern die bessere Wahl. Und zwar direkt nach dem Kochen oder Duschen. So kann die Feuchtigkeit effektiv abziehen, ohne dass die Räume auskühlen. Falsches Lüften durch Kippfenster erkennt man übrigens oft an der Außenfassade: Wenn ständig feuchte Luft auf die Wand über dem Fenster trifft und dort kondensiert, wachsen dort Algen und Pilze – die Fassade ist dann oft dunkel verfärbt. Langfristig schädigt das die Wand.
Nicht ganz. Es ist richtig, dass die Wohnung nicht auskühlen sollte – das Wieder-Erwärmen von Böden, Wänden und Möbeln braucht tatsächlich viel Energie. Durchlaufen lassen sollte man die Heizung trotzdem nicht, vor allem bei älteren Gebäuden. Bei längerer Abwesenheit (zum Beispiel wenn Sie zur Arbeit gehen) oder in der Nacht darf die Temperatur ruhig um wenige Grad sinken. Bei gut gedämmten Gebäuden lohnt sich eine Absenkung der Temperatur aber meist nicht – diese verlieren ohnehin kaum Wärme.
Meistens ja. Aber nicht in jedem Fall. Wer 15 Minuten durchgehend unter der Dusche steht und noch dazu keinen wassersparenden Duschkopf hat, verbraucht mehr Wasser (und Energie!) als beim Baden in der Badewanne. So lange muss aber eigentlich niemand das Wasser laufen lassen und zum Einseifen sollte man das Wasser sowieso abstellen. Mit einem wassersparenden Duschkopf lässt sich außerdem die Durchflussmenge deutlich reduzieren – bei gleichem Komfort.
Nein. Mehr als zwei Drittel (66,8 %) der Energie in privaten Haushalten wird für das Heizen verbraucht. Danach kommt die Energie für das Warmwasser (15,8 %). Hier liegen also die größten Sparpotenziale. Danach erst folgen Haushaltsgeräte und Informations- bzw. Kommunikationstechnik. Am wenigsten mit 1,6 % braucht die Beleuchtung (Zahlen vom Umweltbundesamt von 2023). Man kann jedoch davon ausgehen, dass die meisten Haushalte bereits energiesparende Lampen verwenden. Wer tatsächlich noch Glühbirnen verwenden sollte, hat mit Sicherheit einen höheren Verbrauch und sollte seine Beleuchtung modernisieren.
Nein. Dieser Mythos kommt daher, dass Lampen früher schneller kaputt gingen, wenn sie oft aus- und angeschaltet wurden. Inzwischen ist die sogenannte „Schaltfestigkeit“ der gängigen Lampen sehr hoch. Vor allem bei LED-Lampen hat das Ein- und Ausschalten keine großen Auswirkungen mehr. Betrachtet man den gesamten Energieverbrauch im Haushalt, spielt die Beleuchtung aber ohnehin keine große Rolle. Man darf also das Licht ausschalten, wenn man nur kurz den Raum verlässt, man muss aber nicht.
Jein. Wer sich nur eine geringe Menge Wasser für eine Tasse Tee heißmacht, braucht mit dem Wasserkocher etwas wenige Energie als mit einem gängigen Elektroherd. Denn der Wasserkocher ist kompakt und schaltet sich automatisch aus, wenn das Wasser kocht. Bei größeren Mengen – zum Beispiel beim Nudelwasser – geht es mit dem Wasserkocher vielleicht schneller, der Energieverbrauch dürfte aber gleich sein. Deshalb lieber gleich das Wasser im Topf erhitzen.
Jein. Ein guter Kühlschrank, der geschlossen ist, egal ob voll oder leer, verbraucht nicht viel Strom. Energie geht aber jedes Mal verloren, wenn die Tür geöffnet wird. Dann entweicht die kalte Luft und warme Luft dringt ein - je leerer das Gerät, desto größer der Luftaustausch und der Energieverlust. Gekühlte Lebensmittel wirken dagegen wie Kühlakkus. Andererseits müssen diese Lebensmittel nach dem Einräumen ja erst einmal heruntergekühlt werden. Der wirkliche Knackpunkt ist also, wie oft das Gerät geöffnet wird – vielleicht hilft diese Erkenntnis nicht nur beim Energiesparen, sondern auch beim Kalorien sparen.