25. Februar 2025

Kann ein ganzes Wohngebiet im Betrieb CO2-neutral sein? Mit den Stadtwerken Esslingen (SWE) ist das möglich. Im Wohngebiet „Das neue Greut“ gehen Stromerzeugung mit Photovoltaik, effiziente Heiztechnik und E-Mobilität Hand in Hand.
Elf Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser mit 41 Wohnungen hat die ibw-Gruppe rund um die Emma-Waiblinger-Straße am Rande Esslingens errichtet. Große Fensterflächen geben den Blick frei auf die schöne Umgebung. Wer hier wohnt, lebt zentrumsnah und doch an und mit der Natur. Nur folgerichtig ist es, dass auch beim Bau und beim Energiekonzept hohe Ansprüche gestellt wurden. Denn Photovoltaik, Heizungstechnik und E-Mobilität wurden bei diesem Projekt clever kombiniert. Das Wohngebiet ist dadurch im Betrieb CO2-neutral.
Ein wesentlicher Baustein des Energiekonzepts: Sonnenstrom von der PV-Anlage. Die Solarmodule auf den Dächern der Mehrfamilienhäuser können insgesamt 55.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Diesen Strom können die Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier direkt nutzen – über ein Mieterstrommodell bekommen sie von den SWE ein günstiges Angebot. „Wir rechnen damit, dass zwei Drittel des PV-Stroms vor Ort verbraucht wird“, erläutert Tobias Schmid von den SWE. „Die verbleibende Menge speisen wir ins Netz ein.“
Im Viertelstundentakt wird gemessen, wie viel Strom gerade erzeugt und wie viel davon verbraucht wird. Dazu braucht es in der Regel spezielle Stromzähler, deren Installation sehr teuer ist. Die SWE setzen deshalb auf neueste Technik. „Wir nutzen sogenannte virtuelle Summenzähler – dadurch wird die Abrechnung deutlich einfacher und günstiger.“
Für Wärme in den Gebäuden sorgt ein Blockheizkraftwerk. Dieses arbeitet bei hohen Wirkungsgraden und erzeugt neben Wärme auch Strom. Ergänzend ist ein Erdgas-Brennwertkessel im Einsatz. Über ein Nahwärmenetz wird die Energie für Heizung und Warmwasser in den Gebäuden verteilt. Das Blockheizkraftwerk ist dabei flexibel und könnte auch Biogas, synthetische Gase oder auch Wasserstoff verwerten.
Aktuell wird Erdgas verwendet. Im Blockheizkraftwerk wird dieser fossile Energieträger aber besonders effizient eingesetzt, da das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung genutzt wird. Die Gebäude selbst sind energiesparend gebaut und entsprechend gedämmt (KfW-Standard 55). In Summe und in Kombination mit der Stromerzeugung durch Photovoltaik, der ja auch teilweise ins öffentliche Netz eingespeist wird, überwiegen die ökologischen Vorteile, so dass das Wohngebiet im Betrieb CO2-neutral ist. Durch die lokale Erzeugung und den Verbrauch des Stroms vor Ort wird außerdem das Verteilnetz entlastet, was für mehr Netzstabilität sorgt.
Für die Zukunft gedacht ist auch das Mobilitätskonzept. Grundsätzlich ist das Wohngebiet autofrei. Alle Fahrzeuge werden in der gemeinsamen Tiefgarage abgestellt. Dort sind alle Stellplätze so ausgerüstet, dass problemlos eine E-Ladestation installiert werden kann. Auch darum kümmern sich die Stadtwerke Esslingen. Sie bauen auf Wunsch die Wallbox ein, übernehmen die Abrechnung der Ladevorgänge und liefern den passenden Strom dazu. Dabei handelt es sich um 100 Prozent Ökostrom aus süddeutschen Wasserkraftwerken vom SWE-Tochterunternehmen grünES.
Umgesetzt wird das gesamte Energiekonzept im Rahmen eines Contracting. Das heißt, die SWE planen, bauen, finanzieren und betreiben die gesamte Anlagetechnik – von der PV-Stromerzeugung über die Wärmeversorgung bis zur E-Mobilität. Auch bei anderen Projekten liefern die SWE das Energiekonzept aus einer Hand, aktuell zum Beispiel für die Neubauten in der Danziger Straße in Ostfildern. So ist eine optimale Abstimmung der einzelnen Komponenten möglich.
Hier finden Sie weitere Informationen zu den Contracting-Lösungen der SWE.