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16. Mai 2025

Praktische Forschung am Holzheizkraftwerk: Rauchgasreinigung soll noch besser werden

Mehrere Menschen

Wie kann man noch umweltfreundlicher Wärme erzeugen? Im Holzheizkraftwerk Scharnhauser Park wird ab Juli in der Praxis erprobt, wie man Feinstaub und Stickoxide im Rauchgas weiter reduzieren kann.

Ein großer Greifarm fasst in den Haufen aus gehäckseltem Grünschnitt im Lager des Holzheizkraftwerks und hebt das Material nach oben. Über eine Rostanlage wird die regionale Biomasse in den Heizkessel geschoben. Dort entsteht die Wärme, mit denen die Bewohner des Scharnhauser Parks nicht nur ihre Wohnungen beheizen, sondern auch das Brauchwasser erwärmen. Das Ganze soll nun noch umweltfreundlicher werden.

Bereits vor zwei Jahren startete ein Forschungsprojekt der Universität Stuttgart, das vom Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wird. Denn mit der neuen Bundesimmissionsschutzverordnung sind die Anforderungen bei der Rauchgasreinigung höher geworden, auch für Biomasseanlagen. Das Holzheizkraftwerk im Scharnhauser Park dient als Referenzprojekt, um eine Technik zu erproben, die dann auf andere Anlagen übertragen werden kann.

Aktuell werden die Rauchgase, die bei der Verbrennung entstehen, in zwei Schritten gereinigt. Im ersten Schritt werden im Zyklon die größten Staubpartikel abgeschieden. Die Rauchgase drehen sich dabei wie bei einem Wirbelwind, so dass die schwereren Partikel an die Wände gedrückt werden. Unten werden die Partikel dann aufgefangen. Anschließend werden mit einem großen Elektrofilter kleinere Staubpartikel und weitere Schadstoffe abgeschieden. Zwischen diesen beiden Stufen wird nun ein Gewebefilter mit Filterkerzen aus Edelstahlgewebe eingebaut. Um die Effizienz zu erhöhen und auch Stickstoffoxide zu reduzieren, werden den Rauchgasen katalytisch wirksame Additive zugefügt.

Das Verfahren wurde zunächst im Labor entwickelt und dann in einem Prüfstand erprobt. Nun geht es in die Praxis. Während der Revisionspause im Sommer soll das neue Modul eingebaut werden. Bei einer Begehung machten sich die Experten der Universität Stuttgart und der ausführenden Firma Keller Lufttechnik GmbH + Co. KG aus Kirchheim unter Teck ein Bild von der Lage vor Ort und besprachen weitere Details.

Das Holzheizkraftwerk Scharnhauser Park (HKS) gibt es bereits seit über 20 Jahren. In der Anlage wird hauptsächlich Grünschnitt verbrannt, der von den Häckselplätzen im Landkreis Esslingen angeliefert wird. Über ein Nahwärmenetz der Stadtwerke Esslingen werden rund 800 Gebäude des Stadtteils mit umweltfreundlicher Wärme versorgt. Zudem wird ein Unternehmen mit Kälte versorgt. Rund 80 Prozent der Wärme kommt dabei aus dem Holzheizkraftwerk selbst, im Winter sind ergänzend zwei Erdgaskessel im Einsatz.

In den nächsten Jahren stehen noch einige weitere Investitionen am Holzheizkraftwerk an. So wird geprüft, ob die Anlage um ein Blockheizkraftwerk ergänzt werden kann, um den Eigenbedarf des Kraftwerks an Strom abzudecken.

Führung
Führung durch eine Firma

Zwischen dem Zyklon und dem Elektrofilter (links) wird zu Forschungszwecken eine weitere Reinigungsstufe eingebaut.

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