13. November 2024

Grau, blau, gelb... Beim Blick in eine Baugrube sind oft viele Rohre und Leitungen mit unterschiedlichen Farben zu sehen. Doch was ist was? Wir klären auf.
Wenn in einer Straße eine neue Leitung verlegt wird, müssen sich die Planer und auch die ausführenden Bauunternehmen gut informieren. Wo liegen bereits Leitungen? Wo können wir problemlos graben? In vielen Innenstädten liegen die Leitungen für Wasser, Strom oder Wärme dicht beieinander. Schließlich muss im Untergrund auch noch Platz sein für Abwasserrohre und -schächte, U-Bahn-Trassen und einiges mehr…
In den Plänen sind die Leitungen genau eingezeichnet. Damit sie auf Anhieb auch optisch zu unterscheiden sind, haben manche Leitungen außerdem Farben.
Blau ist die Farbe für das Wasser. Deshalb sind Wasserleitungen auch meistens in dieser Farbe gekennzeichnet. Je nachdem, ob es sich um eine überregionale Transportleitung, eine Leitung innerhalb des Verteilnetzes einer Stadt oder eine Hausanschlussleitung handelt, ist der Durchmesser größer oder kleiner.
Für Wasserleitungen wird heute duktiles (verformbares) Gusseisen oder Kunststoff (Polyethylen, kurz PE) verwendet. „Größere Transportleitungen sind meistens aus Gusseisen“, weiß Simon Heeß von den Stadtwerken Esslingen. Im normalen Verteilnetz werden beide Materialien verwendet.
Das Esslinger Trinkwassernetz ist übrigens inklusive der Hausanschlussleitungen rund 530 Kilometer lang. Zirka 15.000 Hausanschlüsse werden damit versorgt.
Eigentlich hat Gas keine Farbe. Die Leitungen dafür sind jedoch traditionell gelb. Dafür gibt es sogar eine DIN-Norm (DIN 2403).
Gasleitungen können grundsätzlich aus Stahl oder Kunststoff sein. In den Pipelines des transnationalen Transportnetzes fließt das Gas unter Hochdruck - hier werden deshalb Stahlleitungen verwendet. Das Netz verzweigt sich dann über regionale und örtliche Verteilnetze immer weiter. Die Gasleitungen, die bei uns in den Straßen liegen, haben einen Druck von unter einem Bar. Im Niederdruckbereich werden ausschließlich Kunststoffleitungen mit der typischen gelben Farbe verwendet.
Das Erdgasnetz der SWE ist rund 700 Kilometer lang und erstreckt sich über acht Städte und Gemeinden. Neben der Stadt Esslingen werden Aichwald, Teile von Altbach, Wernau, Wendlingen, Köngen, Denkendorf und Teile Ostfilderns versorgt.
Fern- oder Nahwärme wird in Form von heißem Wasser in Stahlleitungen transportiert. Damit die Wärme auf dem Weg vom Kraftwerk zu den Haushalten nicht verloren geht, sind die Leitungen mit einer dicken Schicht aus Dämmschaum umgeben und mit Kunststoff ummantelt. Diese oberste Schicht ist in Esslingen immer schwarz.
Das Wasser in den Leitungen hat eine Temperatur von 80 bis 120 Grad. Nachdem die Wärme in die Haushalte abgegeben wurde, fließt das Wasser in einem zweiten Rohr wieder zu den Kraftwerken zurück.
Die Wärme wird dabei unterschiedlich erzeugt. Zum einen verteilen die SWE die Fernwärme aus dem Fernwärmeverbund Mittlerer Neckar im Stadtgebiet Esslingen weiter. Diese Wärme kommt von den EnBW-Kraftwerken am Neckar. Zum anderen betreiben die SWE eigene Heizzentralen, mit denen sie Wohngebiete auch in höher gelegenen Stadtteilen oder außerhalb Esslingens (zum Beispiel Scharnhauser Park) versorgen.
Die Wärmenetze werden zurzeit intensiv ausgebaut. Insgesamt haben die SWE auf über 50 Kilometern Trassenlänge Leitungen verlegt. Da immer zwei Leitungen parallel liegen, ist die Leitungslänge sogar doppelt so lange.
Strom- und andere Kabel werden oft nicht einfach so ins Erdreich gelegt, sondern in einem Schutzrohr. In dieses können später bei Bedarf auch weitere Kabel eingezogen werden. Oft werden bei sowieso anstehenden Leitungsarbeiten Leerrohre mitverlegt, damit man beim nächsten Mal nicht wieder aufgraben muss. Für das Stromnetz in Esslingen ist die Netze BW zuständig.
Ist es Ihnen schon aufgefallen? Auch im Logo der Stadtwerke Esslingen geht es um Rohre und Farben. Blau steht für Wasser, Gelb für Gas. Zwei Rohrstücke sind im Logo verbunden und ergeben eine Welle. Auch auf Schriftstücken der SWE werden Sie die Farben Blau und Gelb immer wieder finden.