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Digitalisierung und Nachhaltigkeit (Teil 1): Wie nachhaltig ist Digitalisierung?

(vom 23.12.2020)

Die Digitalisierung ist wohl die größte Veränderung unserer Zeit und betrifft auch Energieversorger wie die Stadtwerke Esslingen. Doch ist sie auch nachhaltig? Wie kann es gelingen, mit digitaler Hilfe unser Leben so zu gestalten, dass unsere Umwelt dabei geschont wird? Ist Digitalisierung sogar die Lösung?

Rezepte online im Internet nachlesen

Wir kaufen online ein, lesen digital, arbeiten mobil und nutzen Apps, um ein Bahnticket zu kaufen oder uns an Termine zu erinnern. Die digitale Transformation verändert unseren Alltag in den verschiedensten Lebensbereichen, sei es im Beruf, der Ausbildung oder in unserer Freizeit. Doch wie wirkt sich das auf unsere Umwelt aus? Können die neuen Errungenschaften sogar dabei helfen, das Klima zu retten?

Es gibt vielversprechende Ansätze. So hat uns das Jahr 2020 gezeigt, dass es durchaus möglich ist, von zuhause aus zu arbeiten, Konferenzen digital abzuhalten und im Team gemeinsam an Projekten zu arbeiten, auch wenn man sich nicht gegenübersitzt. Viele Fahrten zur Arbeitsstelle sind dadurch entfallen, auch Dienstreisen per Flugzeug oder weite Fahrten zu Seminaren und Konferenzen.

Home Office spart Ressourcen

Würden mehr Menschen öfter von zu Hause aus arbeiten, könnte das bis zu vier Prozent aller Emissionen des Personenverkehrs einsparen, sagt eine Studie des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung im Auftrag von Greenpeace. Konkret müssten 40 Prozent der Arbeitnehmenden an zwei Tagen pro Woche von zu Hause aus arbeiten, um diese Einsparung zu erreichen. Bei den Stadtwerken Esslingen (SWE) sind die Erfahrungen damit gut: Bei einer Mitarbeiterbefragung bewerteten 95 Prozent der Befragten das mobile Arbeiten positiv, nur 5 Prozent neutral, kein einziger negativ. Vor allem die Flexibilität wurde gelobt, auch die Abstimmung mit den Kollegen klappte gut. Über 90 Prozent gaben sogar an, zuhause effektiver zu arbeiten als im Büro. Allerdings fehlten den meisten Befragten die informellen Gespräche im Flur, neue Kollegen/-innen zu integrieren, sei schwierig. „Es zeigt, welche Möglichkeiten die Digitalisierung auch langfristig für das Arbeiten bietet“, sagt SWE-Geschäftsführer Jörg Zou.

Ausrücken nur bei Bedarf

Die Vorteile der Digitalisierung zeigen sich auch in anderen Unternehmensbereichen. So werden viele technische Anlagen in der Energie- und Wasserversorgung digital überwacht. Bei einer Störung oder bei Auffälligkeiten bekommt der zuständige Mitarbeiter eine Meldung. Wenn man zum Beispiel weiß, in welchem Bereich besonders viel Wasser verbraucht wird, kann man gezielt nach der Ursache suchen. Und falls die Heizungsanlage eines Kunden einen Fehler meldet, rücken die Mitarbeiter aus. Auch die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien geht nur mit Hilfe der Digitalisierung. Im Büroalltag spart die Digitalisierung Papier und Platz. Im Rahmen eines Azubi- Projektes wurde Anfang des Jahres zum Beispiel die Vertragsverwaltung der SWE auf digital umgestellt. Die neue Software hilft nicht nur dabei, Dokumente schneller aufzufinden, sondern spart auch Ressourcen. Corona hat in vielen Unternehmen diese Entwicklung hin zum papierlosen Büro beschleunigt.

In der Landwirtschaft hilft die intelligente Vernetzung von Daten, zielgerichtet zu bewässern und zu düngen. In Produktionsunternehmen werden Abläufe so gesteuert, dass nach Bedarf produziert wird und damit Lagerfläche gespart wird. In der Gebäudetechnik werden Raumtemperaturen mit Hilfe von Sensoren nach Bedarf geregelt. Und in smarten Städten leuchten Straßenlaternen nicht die ganze Nacht, sondern nur wenn jemand unterwegs ist. Es gibt viele weitere Beispiele, auch aus dem Alltag: Wer die Zeitung online liest, braucht kein Papier und keine Druckerschwärze mehr, der Transport von der Druckerei zu den Verkaufsstellen fällt weg, auch der Austräger muss nicht vorbeikommen.

Daten brauchen Energie

Allerdings geht auch digitales Zeitunglesen nicht ohne Umweltauswirkungen. Das Tablet dafür muss schließlich erst produziert werden, was wertvolle Rohstoffe und Energie verbraucht, die sogenannte „graue Energie“. Hinzu kommt der Stromverbrauch während des Betriebs.

Viele Einsparungen und Verbesserungen durch mehr Technik werden außerdem dadurch aufgefressen, dass wir schlichtweg von allem mehr machen. Bekannt ist dieses Phänomen unter dem Begriff „Rebound-Effekt“. Ein Beispiel: Während wir früher zwei bis zehn Briefe pro Woche verschickt und ab und zu telefoniert haben, versenden manche Mitmenschen nun Nachrichten im Fünf-Minuten-Takt. Ein anderes Beispiel: Einerseits verbrauchen wir mit LED-Lampen oder modernen Kühlschränken viel weniger Strom als vorher, andererseits sammeln sich in den meisten Haushalten immer mehr technische Spielereien, deren Akku regelmäßig aufgeladen werden muss.

Und auch das Internet ist am Ende nicht nur virtuell, sondern ganz real: Gigantische Rechenzentren rund um den Globus verarbeiten und speichern permanent Daten, die Server müssen mit viel Energie gekühlt werden. Allein in Deutschland verursachen wir durch Suchanfragen bei Google, Video-Konferenzen, Online-Videos schauen und so weiter so viel Treibhausgase wie durch den innerdeutschen Flugverkehr.

Zehn mittlere Kraftwerke braucht man, um diesen Strom zu produzieren. Laut Zahlen des Freiburger Ökoinstituts machen Internet & Co acht Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus.

Lösungen sind gefragt

Was muss man also tun, um den digitalen Wandel nachhaltig zu gestalten? Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung bezieht hier klar Stellung: Nur wenn der digitale Wandel und Nachhaltigkeit verzahnt werden, kann es gelingen, Klimaschutz sowie soziale Fortschritte voranzubringen. Die Rahmenbedingungen dafür muss die Politik schaffen. „Ohne aktive politische Gestaltung wird der digitale Wandel den Ressourcen- und Energieverbrauch sowie die Schädigung von Umwelt und Klima weiter beschleunigen“, heißt es im Bericht „Unsere gemeinsame digitale Zukunft“. Doch auch jeder einzelne kann etwas tun. Schließlich werden die meisten Ressourcen bei der Produktion der elektronischen Geräte verbraucht: Rohstoffe, Wasser, Energie, auch seltene Erden, die in Ländern wie dem Kongo teils unter unwürdigen Bedingungen abgebaut werden.

Die logische Konsequenz: Elektrogeräte sollten möglichst lange genutzt werden. Es muss nicht jedes Jahr das neueste Smartphone sein. Gebrauchte Geräte, die noch funktionieren, kann man weiterverkaufen oder spenden. Und am besten achtet man schon beim Kauf auf eine möglichst lange Lebensdauer, also dass das Gerät zum Beispiel reparierbar ist. Auch bei der Nutzung von Online-Diensten kann man darauf achten, Datenvolumen zu sparen. Zum Beispiel indem man beim Streamen eine niedrigere Auflösung einstellt, die meistens ebenso ausreicht.

SWE-Serie zum Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit

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